Glaube schenkt Leben

 
   

Forschung
Der Mensch ist im Grunde ein glaubendes Wesen. Er muss vertrauen, dass es richtig ist, was der andere sagt, z.B. als Kolumbus Amerika entdeckte, mussten jene, die es hörten, darauf vertrauen, dass die Nachricht stimmte. Unzählige Entdeckungen wurden seither gemacht – diese muss der Mensch einfach glauben, und er tut es auch. Dies geschieht  aber  eher im materiellen Bereich.
Wenn heutzutage Forscher nach dem Higgs- oder Gottesteilchen suchen, so gibt uns die Hl. Schrift die Antwort: „Durch das Wort Gottes wurde die Welt erschaffen, sodass aus Unsichtbarem das Sichtbare hervorgegangen ist“ (vgl. Hebr 11,3). Univ. Prof. Joh. Millendorfer gibt uns einen weiteren Hinweis auf den Lebensweg: „Zum Laboratorium gehört das Oratorium“. Er meinte, der Mensch braucht Stille vor dem Schöpfer und das Gespräch mit ihm, um das, was er erkannt hat, richtig vor Gott einordnen zu können.

Der Mensch hat Geist, Seele und Körper
Was ist jedoch, wenn der Mensch betet? Dadurch drückt er aus, dass er nicht nur einen Körper hat, sondern auch eine Seele und einen Geist und dass er Gott-ähnlich geschaffen ist. Gott ist Geist – und auch der Mensch ist von seinem Wesen her primär Geist, dem Seele und Körper untergeordnet sind.
Durch die Wellness-Strömungen achtet der Mensch zu sehr nur auf seinen Körper und ob er gesund, sportlich und attraktiv  aussieht. Aber achtet er genauso auf seinen Geist? Um ihn richtig zu erkennen, zu würdigen und einzusetzen, bedarf es mehr als nur die Logik und das Verstehen des Menschen, denn da kann nur einer weiterhelfen, der über uns steht, uns versteht, uns beisteht: der allmächtige und gütige Gott.
Wir Menschen sind auf Beziehung hin angelegt. Alles Irdische ist begrenzt und kann dadurch den Geist nicht erfüllen. Papst Benedikt XVI. sagt zu den Jugendlichen in Madrid: „Habt die Bibel immer zur Hand, damit sie euch gleichsam zum Kompass werde, der euch den Weg zeigt“. Und weiters: „Das Wort Gottes ist immer größer als alles, was du verstehen kannst!“ Auf dieses Wort Gottes dürfen wir bauen und vertrauen, auch wenn unser Verstand nicht gleich alles versteht – unser Herz versteht es.

Flexibilität
Auf dem Weg des Glaubens wird uns immer mehr verständlich, wie nach Gottes Plan das Kommende von der Entscheidung von heute abhängig ist. Warum? Entscheide ich mich jetzt für den Weg des Guten, wird Gott das Morgen entsprechend leiten. Wenn ich den Weg der Sünde einschlage, werde ich die negativen Folgen tragen müssen. Wähle ich die Umkehr zur Ordnung des Reiches Gottes, so wird auch das berücksichtigt. Gott lässt uns die freie Entscheidung, er verurteilt nicht gleich, sondern er wirbt mit Liebe, indem er dem Sünder die Möglichkeit der Besserung und den Weg der Erneuerung anbietet und führt.

Was prägt mich – Wer heilt mich?
Womit setzt sich der Mensch oft auseinander? Welche Lektüre bewegt ihn, welche bewegenden Bilder hat er zu verarbeiten? Mir sagten etliche Personen zwischen 40 und 50 Jahren, dass sie Angst haben. Meine Frage: „Wovor?“ –  „Mir steht das vor Augen, was ich in meiner Jugend gesehen habe.“
Es gibt unzählige Situationen, die uns im Lauf des Lebens prägen. Darunter sind auffallend viele verletzende Ereignisse. Und so stellen sich nicht wenige mehr oder weniger verzweifelt die Frage: „Wie kann ich einen Weg da heraus finden?“
In so einem Abgrund helfen nicht esoterische Lehren oder Lehrmeister, wer  beistehen und retten kann, ist Jesus und sein Wort, das Geist und Leben beinhaltet. Es trägt das Leben und die Macht dessen in sich, der es ausgesprochen hat. Ja, Gott ist Schöpfer und sein Wort – logos – ist schöpferische Kraft. Jesus ist Retter und Heiland, in seinem Herzen birgt sich Leben, Rettung, Heilung.

Welche Worte kommen über meine Lippen, aus meinem Herzen? Für  Krankheiten des Körpers und der Seele weiß der Mensch oft eine Medizin. Aber welche nehme ich für den Hunger und die Wunden des Herzens, des Geistes? Dazu ist uns das Wort Gottes in der Heiligen Schrift überliefert. Welchen Platz hat dieses Heilige Buch in meiner Wohnung und in meinem Herzen? Wie oft höre oder lese ich das Wort Gottes? Wie oft nehme ich die Nahrung für meinen Körper zu mir?

Das Jahr des Glaubens lädt uns ein, dass wir uns wieder unseres Schatzes des Glaubens und der Heiligen Schrift bewusst werden und auf diesem Weg erkennen: „Das Wort Gottes ist immer größer als alles, was wir verstehen können!“

Rudolf Parth CM